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Ratsherrenzug - 1635 | |||
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Friede von Nordhalben | |||
| www.kronach.de | www.steinwiesen.de | www.nordhalben.de | |
Programm zum Ratsherrenzug und Friede von Nordhalben | |||
| Samstag, 26.06.2010 11.00 Uhr 13.00 Uhr 14.00 Uhr | .... 17.00 Uhr Lagerleben und Vorführungen der Cronacher Ausschuss Compagnie. Gaukelei, Musik, Tanz, genüssliches Essen und Trinken bis tief in die Nacht. | Sonntag, 27.06.2010 10.00 Uhr 15.00 Uhr Verhandlungen mit den Reußen aus Lobenstein und Beschluss des Sonderfriedens von Nordhalben | .... 17.00 Uhr Am Zug kann jeder teilnehmen, soweit er historisch gewandet ist. Änderungen vorbehalten
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| Wie im Programm aufgeführt bildet unser Gasthof am 26.06.2010 ab 17.00 Uhr eine Station des historischen Ratsherrenzuges. Ab circa 19.00 Uhr beginnt das Spektakel mit Sau am Spieß und Sauerkraut dazu kräftiges Bauernbrot. Alle Bürger sind herzlich eingeladen teilzunehmen, wer möchte darf auch sehr gerne in historischen Gewand kommen. |
Wenn sich die Vertreter der historischen Gruppen aus Kronach und Nordhalben am Samstag,
dem 26.06.2010 auf den Weg von Kronach nach Nordhalben machen, dann tun sie
dies nicht mit den Fortbewegungsmitteln des 21. Jahrhunderts sondern greifen zurück
auf die Transportmittel des 17. Jahrhunderts. Das heißt, Sie werden mit Pferdefuhrwerk,
zu Fuß und im historischen Gewande die ca. 30 km zurücklegen.
Anlass für diese Aktion ist ein Ereignis aus dem Jahre 1635, das regional aber auch im Kontext
mit dem Westfälischen Frieden von 1648 doch eine Besonderheit im Dreißigjährigen Krieg darstellt.
Die Amtshauptmannschaft Cronach durchlebte in der Zeit von 1632 bis 1634 ihre schwersten Jahre.
Drei Bestürmungen und vier Belagerungen durch die Schweden hatte sie zu widerstehen.
Als dann im Herbst 1634 die Pest durch die Gassen und Häuser der Stadt zog und mehr
als 300 Bürger dahinraffte, erreichte das Elend seinen Höhepunkt.
Bürgermeister, Stadtvogt und Ratsherren suchten verzweifelt nach einer Lösung zur
Linderung der Not, denn es mangelnde immer mehr an Lebensmitteln zur Versorgung
der Bevölkerung. Als einzigen Ausweg erkannten die Herren, sich an die benachbarten,
jedoch verfeindeten, Reußen in Lobenstein zu wenden. Man schickte daher eine schriftliche
Anfrage, die positiv beantwortet wurde, erhofften sich doch die Reußen, durch eine
friedlichen Handel, die fortwährenden Übergriffe aus dem katholischen Lager zu beenden.
Die Verhandlungen fanden in Nordhalben statt. Den Reußen wurden Pässe zur ungehinderten
Ein- und Ausreise ausgestellt und die Vertreter Kronachs machten sich, vermutlich im Frühjahr
1635, auf den Weg nach Nordhalben. Die Abordnungen aus Kronach und Lobenstein sind
in der Fehn´schen Chronik, Band 6, namentlich genannt. Die Verhandlungen verliefen erfolgreich
und so wurde in zwei „Rezessen" beschlossen, dass zwischen Bamberg und den reußischen Städten,
Dörfern und Einwohnern das alte nachbarliche Einvernehmen wieder hergestellt werden soll.
Der Beschluss wurde vor Ort mit einer „ansehnlichen Mahlzeit" gefeiert, bei der nach jedem
„Trunke" die Beteiligten die Trinkgläser „... zum Fenster hinaus oder in die Stube..." warfen.
In Kronach füllten sich alsbald die Marktstände mit Käse, Butter, Hühnern, Gänsen, Getreide und
anderen Lebensmitteln. Der Handel mit den reußischen Nachbarn entwickelte sich so gut, dass
die Lebensmittel sogar auf dem Wasserwege bis nach Bamberg verbracht wurden.
Das Besondere an dieser nachbarschaftlichen Vereinbarung liegt nun darin, dass hier offenbar,
lange vor dem Westfälischen Frieden im Jahre 1648, ein regionaler Friedensschluss zwischen
scheinbar unversöhnlichen Kriegsgegnern zustande kam. Die Fehn´sche Chronik schreibt
in diesem Zusammenhang auch vom „ersten im deutschen Reiche geschlossenen Frieden".
Von den historischen Gruppen aus Kronach und Nordhalben soll dieses, wie wir meinen, nicht
unbedeutende Ereignis, mit dem Ratsherrenzug von Kronach nach Nordhalben in Erinnerung
gerufen werden. Zwischenstation wird jeweils in Marktrodach und Steinwiesen gemacht.
Auch dort soll an die geschichtliche Beziehungen dieser „Dörfer" zur Amtshauptmannschaft Kronach
in Zeiten des Hochstiftes Bamberg erinnert werden. In Nordhalben wird dann dieser so genannte
„Friede von Nordhalben" entsprechend dem historischem Ablauf nachvollzogen.
Hans Götz, Stadtvogt von Kronach
Besucher:seit 06.05.2010 | |||||||||||

